Jahreswechsel 2014/2015 – Was ändert sich im neuen Jahr?

Eingestellt am: 10.12.2014

Autor: Kilian Fromeyer

Das Jahr 2014 nähert sich mit großen Schritten seinem Ende. Ein Jahr, in dem jeder von uns seine ganz persönlichen Erfolge errungen hat, aber vielleicht auch den einen oder anderen Rückschlag verkraften musste und in dem wir erstmals nach 24 Jahren wieder den Fußball-Weltmeistertitel feiern durften. Was das neue Jahr 2015 im Hinblick auf Beruf, Karriere oder Familie bereithält, steht noch in den Sternen.

Darüber hinaus treten ab Januar 2015 einige Änderungen in Kraft, auf die wir schon heute einen Blick werfen möchten. Während einige dieser Änderungen eher den Charakter einer „Randnotiz“ haben, geht es bei anderen um bares Geld.

Krankenversicherung & Rente

Pünktlich zum Jahreswechsel warten auf viele Bundesbürger Änderungen im Bereich der Krankenversicherung und Rente. Betroffen sind vor allem Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung:

  • Neue JAEG ab 01. Januar 2015
    Mit Beginn des neuen Jahres gilt für alle Mitglieder der GKV eine Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) von 54.900 Euro Jahreseinkommen bzw. monatlich 4.575 Euro. Damit steigt die JAEG gegenüber dem Jahr 2014 um 1.350 Euro. Die Folge: Wer als Beschäftigter in die private Krankenversicherung wechseln will, muss mit seinem Arbeitgeber noch schnell eine Gehaltserhöhung aushandeln. Parallel zur allgemeinen JAEG steigt zum Jahreswechsel auch die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze an – auf 49.500 Euro Jahreseinkommen.
  • GKV-Beitragsbemessungsgrenze steigt um 900 Euro
    Parallel zur JAEG verändert sich im kommenden Jahr auch die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) für die Kranken- und Pflegeversicherung – und zwar auf 4.125 Euro pro Monat. Diese Anpassung entspricht 49.500 Euro im Jahr (48.600 Euro Jahreseinkommen/4.050 Euro pro Monat für 2014). Liegt Ihr Einkommen darüber, wird dieser Teil nicht mehr für die Beitragsberechnung in der GKV herangezogen.

    Beispiel: Sie verdienen 56.100 Euro im Jahr und sind freiwillig gesetzlich versichert. 2014 unterliegen 48.600 Euro der Beitragsbemessung in der GKV, auf 7.500 Euro fällt kein Beitrag an. Mit dem Jahreswechsel schrumpft dieser beitragsfreie Einkommensteil auf 6.600 Euro. Durch den sinkenden Beitragssatz zieht diese Anpassungen allerdings keine reale Beitragsmehrbelastung für Sie nach sich.


      Beitragssatz (p. Monat) Beitrag in Euro
    BBG 2014 (4.050 Euro) 15,5 Prozent 627,75 Euro
    Prämie für Arbeitnehmer 8,2 Prozent 332,10 Euro
    BBG 2015 (4.125 Euro) 14,6 Prozent 602,25 Euro
    Prämie für Arbeitnehmer 7,3 Prozent 301,13 Euro
  • Anpassung der BBG für Renten- und Arbeitslosenversicherung
    Zum Jahreswechsel werden auch die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung angepasst. Für die alten Bundesländer gelten ab 01. Januar 2015 somit 72.600 Euro jährlich bzw. 6.050 Euro pro Monat. In den fünf neuen Ländern gelten 5.200 Euro je Monat oder 62.400 Euro Jahreseinkommen als beitragsrelevantes Einkommen. Entsprechend werden die Beitragszahlungen für betroffene Arbeitnehmer steigen.


      alte Bundesländer neue Bundesländer
    BBG 2014 (18,90 Prozent) 5.950 Euro 5.000 Euro
    Prämie für AN (9,45 Prozent) 562,28 Euro 472,50 Euro
    BBG 2015 (18,70 Prozent) 6.050 Euro 5.200 Euro
    Prämie für AN (9,35 Prozent) 565,68 Euro 486,20 Euro
  • Neuer Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung
    Durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze verändert sich auch jener Zuschuss, den privat versicherte Arbeitnehmer seitens des Arbeitgebers erhalten. Ab 01. Januar 2015 gilt als Obergrenze für den Arbeitgeberzuschuss ein Betrag von 349,70 Euro (PKV plus Pflegeversicherung). Dabei entfallen 301,13 Euro auf die Krankenversicherung, 48,47 Euro werden maximal für die Absicherung in der Pflegeversicherung gezahlt. Wer für die Vollversicherung in der PKV für 2015 einen Monatsbeitrag von deutlich über 600 Euro zahlt, muss als Versicherter also mehr als die Hälfte aus eigener Tasche finanzieren.
  • Niedrigere Beitragssätze in der GKV
    Pünktlich zum 01. Januar 2015 senkt der Bund für alle zahlenden Mitglieder in der GKV den bisher geltenden allgemeinen Beitragssatz von 15,5 Prozent. Es entfällt zum Jahreswechsel jener Beitragsteil von 0,9 Prozent, den die Versicherten heute allein zahlen müssen. Damit wird die Beitragsparität zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zumindest formal wieder hergestellt – jeder muss ab 2015 den hälftigen Beitrag (also 7,3 Prozent) der GKV-Prämie von 14,6 Prozent tragen.

    Der ermäßigte Beitragssatz, der für Versicherte ohne Krankengeldanspruch gilt, wird zum Jahreswechsel ebenfalls abgesenkt – auf 14,0 Prozent.


      allgemeiner Beitrag ermäßigter Beitrag
    GKV-Beitrag bis Ende 2014
    GKV-Beitrag gesamt: 15,5 Prozent 14,6 Prozent
    Arbeitnehmer: 8,2 Prozent 7,9 Prozent
    Arbeitgeber: 7,3 Prozent 7,0 Prozent
    GKV-Beitrag ab 2015
    GKV-Beitrag gesamt: 14,6 Prozent 14,0 Prozent
    Arbeitnehmer: 7,3 Prozent 7,0 Prozent
    Arbeitgeber: 7,3 Prozent 7,0 Prozent
  • Höherer Beitrag zur Pflegepflichtversicherung
    Ab 01. Januar 2015 werden bundesweit die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung angehoben. Bisher teilten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Prämie von 2,05 Prozent. Ab dem Jahreswechsel erhöht sich der Beitrag auf 2,35 Prozent – Ihre Beitragslast steigt auf 1,175 Prozent. Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr müssen darüber hinaus einen Zuschlag von 0,25 Prozent aufbringen.

      ohne Kinderzuschlag mit Kinderzuschlag
    PV-Beitrag bis Ende 2014
    PV-Beitrag gesamt: 2,05 Prozent 2,3 Prozent
    Arbeitnehmer: 1,025 Prozent 1,275 Prozent
    Arbeitgeber: 1,025 Prozent 1,025 Prozent
    PV-Beitrag ab 2015
    PV-Beitrag gesamt: 2,35 Prozent 2,6 Prozent
    Arbeitnehmer: 1,175 Prozent 1,425 Prozent
    Arbeitgeber: 1,175 Prozent 1,175 Prozent

    Im Hinblick auf die neue Beitragsbemessungsgrenze 2015 erhöht sich damit der Beitrag zur Pflegeversicherung um 13,91 Euro. In Sachsen bleibt die unparitätische Verteilung des Pflegebeitrags auch 2015 erhalten, hier zahlen Arbeitnehmer (ohne Kinderzuschlag) ab Januar 2015 eine Prämie in Höhe von 1,675 Prozent für die Pflegeversicherung.


      ohne Kinderzuschlag mit Kinderzuschlag
    PV-Beitrag bis Ende 2014
    PV-Beitrag gesamt: 2,05 Prozent 2,3 Prozent
    Arbeitnehmer: 1,525 Prozent 1,775 Prozent
    Arbeitgeber: 0,525 Prozent 1,025 Prozent
    PV-Beitrag ab 2015
    PV-Beitrag gesamt: 2,35 Prozent 2,6 Prozent
    Arbeitnehmer: 1,675 Prozent 1,925 Prozent
    Arbeitgeber: 0,675 Prozent 0,675 Prozent
  • Wegfall pauschaler Zusatzbeitrag in der GKV
    Die Beitragssenkung ist nicht die einzige Neuerung beim GKV-Beitrag. Auch das Thema Zusatzbeitrag hat die Bundesregierung angepackt und lässt die pauschale Zusatzprämie wegfallen. Allerdings wird diese nicht ersatzlos gestrichen. Ab dem Jahreswechsel 2014/2015 werden einkommensabhängige Zusatzbeiträge möglich, die nur von den versicherten Arbeitnehmern zu tragen sind.
  • Rentenbeitrag sinkt geringfügig
    Aktuell – also noch wenige Tage bis zum Jahresende – gilt ein Beitragssatz für alle gesetzlich Rentenversicherte von 18,90 Prozent. Ab Januar 2015 kommt es hier zu einer geringfügigen Anpassung nach unten, der Rentenbeitrag sinkt auf 18,70 Prozent bzw. 9,35 Prozent für Arbeitnehmer und Unternehmen.

Steuern & Co.


Wie teuer wird das kommende Jahr? Eine Frage, die sicher jeden Haushalt beschäftigt. Gerade im Hinblick auf Steuern, Abgaben und Gebühren lohnt sich der Ausblick auf das kommende Jahr. Auch wenn vom Abbau der kalten Progression bislang nicht viel zu spüren ist, wird 2015 wieder für alle Altersvorsorge-Sparer interessant.

  • Neuregelung des Höchstbetrags der Sonderausgaben
    Mit dem Jahressteuergesetz 2015 wird eine für alle privaten AV-Sparer wichtige Neuerung ins Steuerrecht eingeführt. Die bisher geltende Höchstgrenze des Sonderausgabenabzugs von 20.000 Euro wird um 4.000 Euro angehoben und liegt nun bei 24.000 Euro je Steuerjahr und Steuerpflichtigem. Aufgrund der Übergangsfrist für den Sonderausgabenabzug bis 2025 kann der Höchstbetrag auch im Jahr 2015 noch nicht voll ausgeschöpft werden, die Steuervergünstigung für Altersvorsorgebeiträge steigt in den kommenden Jahren in 2-Prozent-Schritten an.

    Wichtig: Durch eine Kombination aus geförderter Altersvorsorge (zum Beispiel im Rahmen einer Riester-Rente) mit dem Berufsunfähigkeitsschutz lassen sich für den letztgenannten Vorsorgebereich unter Umständen die höheren Sonderausgabenabzüge nutzen. Hierfür muss der Anteil des BU-Schutzes am Vertrag allerdings bei unter 50 Prozent liegen.
  • Steigender Steuerabzug in der Altersvorsorge
    Sparen für den Lebensabend gehört dazu. Neben der gesetzlichen Rente sparen auch kommendes Jahr wieder Millionen Bundesbürger über private Verträge. Ab 01. Januar gelten neue Besteuerungsgrundlagen bei den Sonderausgaben. Statt bisher 78 Prozent können für 2015 nun 80 Prozent der AV-Beträge in der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Diese Änderung gilt für Summen bis 24.000 Euro, es ist ein Ansatz bis höchstens 19.200 Euro möglich.

    Beispiel: Sie sparen in 2015 insgesamt 12.000 Euro für die Rente. Berücksichtigt werden in der Einkommenssteuer davon 9.600 Euro steuermindernd.
  • Arbeitnehmerpauschbetrag steigt um 130 Euro
    Der bisher geltende Pauschbetrag bei den Werbungskosten (Werbungskosten- oder Arbeitnehmerpauschbetrag) wird zum 01. Januar 2015 angehoben und steigt auf 1.130 Euro.
  • EEG-Umlage sinkt zum ersten Mal seit Jahren
    In den vergangenen Jahren ist sie immer weiter gestiegen und stand symbolisch für die Energiepreisentwicklung. Die Rede ist von der EEG- oder Ökostromumlage. Zum 01. Januar 2015 werden bundesdeutsche Haushalte ein Novum erleben – die Umlage sinkt, wenn auch nur unbedeutend. Dieses Jahr lag deren Höhe bei 6,24 Cent je Kilowattstunde. Ab Januar sinkt sie dann auf 6,17 Cent je Kilowattstunde. Für einen 3-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.750 Kilowattstunden ergeben sich daraus Minderkosten in Höhe von 2,63 Euro.
  • Mehr Netto dank Lohnsteuer-Ermäßigung 2015
    Hierbei handelt es sich weniger um eine echte Neuerung für das Jahr 2015 als vielmehr um eine Erinnerung für Sie. Durch den Antrag auf eine Lohnsteuer-Ermäßigung lässt sich auch im neuen Jahr die laufende Steuerlast durch die Lohnsteuer verkürzen – wenn Sie beispielsweise hohe Betreuungs- oder Fahrtkosten stemmen müssen. Zwar ist ein wirksamer Antrag noch bis November 2015 möglich, aber nur ein Antrag zum Jahresbeginn sichert Ihnen die Verteilung der Ermäßigung auf die Monate des laufenden Jahres.

    Beispiel: Sie verdienen 1.750 Euro brutto. Das Finanzamt erkennt Ihnen über die elektronische Lohnsteuerkarte eine Ermäßigung von 134 Euro an. Damit wird auf nur noch 1.616 Euro des Arbeitslohns Lohnsteuer fällig.
  • Höherer Steuersatz für Neurentner ab Januar
    Während sich Altersvorsorge-Sparer über einen höheren Sonderausgabenabzug freuen können, haben Neurentner im kommenden Jahr das Nachsehen. Der Grund ist die steigende Besteuerung für Altersbezüge. Gilt hier für das Jahr 2014 noch ein Freibetrag von 32 Prozent, sinkt dieser pünktlich mit der Neujahrsnacht um zwei Prozent. Wer 2015 in Rente geht, kann somit nur noch einen persönlichen Freibetrag von 30 Prozent in Anspruch nehmen.

Familie


2015 wird besonders für Familien einige Neuerungen bereithalten, die Nachwuchs erwarten. Grund sind die erst Anfang November vom Bundestag beschlossenen Änderungen beim Elterngeld. Aber auch im Hinblick auf die Kinderbetreuung und beim Thema Bedarfssätze in der Grundsicherung (Hartz IV) wird sich zum Jahreswechsel die eine oder andere Veränderung ergeben.

  • Elterngeld Plus gilt ab Sommer 2015
    Eine der gravierenden Veränderungen im kommenden Jahr wird das Inkrafttreten der neuen Regelungen beim Elterngeld zum 01. Juli 2015 sein. Bisher konnten Eltern über maximal 14 Monate diese Leistung (12 Monate + zwei Partnermonate) beziehen. Mit dem neuen Elterngeld Plus dehnt sich dieser Anspruch deutlich aus. In Zukunft können bis zu 28 Monate Bezug des Elterngelds möglich sein (24 reguläre Monate + vier Zusatzmonate). Eine weitere Neuerung betrifft die Tatsache, dass Eltern ihre Auszeit deutlich flexibler gestalten können. Es wird möglich sein, das Basiselterngeld mit dem Elterngeld Plus und dem Partnerbonus zu kombinieren. Hinzu kommt, dass in Zukunft eine erweiterte Elternzeit zwischen dem 3. bis zum 8. Geburtstag verteilt werden kann – auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers.
  • Arbeitgeber kann Kinderbetreuung bezuschussen
    Eltern stehen oft vor einem Problem, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Zum 01. Januar 2015 soll diese Situation verbessert werden. Neuregelungen in der Steuergesetzgebung sehen unter anderem einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss für die Notbetreuung in Höhe von 600 Euro vor. Dieser Zuschuss muss zusätzlich gewährt werden und ist hinsichtlich der Zweckbestimmung über Nachweise zu belegen.
  • Leistungssätze für Hartz IV steigen
    Zum 01. Januar gelten neue Regelungen auch für Bedarfsgemeinschaften, die Hartz IV, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe oder Ähnliches erhalten. Dabei kommt es zu einem Anstieg von circa zwei Prozent. Erwachsene alleinstehende Leistungsempfänger werden mit dem Jahreswechsel 399 Euro je Monat erhalten, was einer Anhebung von acht Euro entspricht. Höhere Leistungssätze gelten auch für Kinder bzw. Bedarfsgemeinschaften.


    Leistungsbezieher Leistungssatz 2015/ Leistungssatz 2014
    Alleinstehend 399 Euro/ 391 Euro
    Bedarfsgemeinschaft 360 Euro/ 353 Euro
    Kinder (0 bis 6 Jahre) 234 Euro/ 229 Euro
    Kinder (zwischen 6 bis 14 Jahre) 267 Euro/ 261 Euro
    Kinder (zwischen 14 bis 18 Jahre) 302 Euro/ 296 Euro

Rund ums Auto

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind und auch im kommenden Jahr wird sich daran nicht unbedingt etwas ändern. Alle Halter eines Kraftfahrzeugs müssen sich aber auch pünktlich mit den letzten Silvesterraketen auf einige Veränderungen gefasst machen, die ab dem 01. Januar 2015 wirksam werden.

  • Pkw kann in Zukunft online abgemeldet werden
    Lange Wartezeiten auf der Zulassungsstelle sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören. Mit der Einführung einer internetbasierten Fahrzeugzulassung sollen An- und Abmeldung für Autofahrer vereinfacht werden. Zum Januar 2015 tritt der erste Schritt in Kraft – die internetbasierte Außerbetriebsetzung. Es wird also möglich sein, den Pkw online mithilfe eines Sicherheitscodes (auf der Zulassungsbescheinigung Teil I und dem Kennzeichen) abzumelden.

    Der Wermutstropfen: Die neue Abmeldung ist nur für Fahrzeuge möglich, die ab dem 01. Januar 2015 angemeldet werden. Darüber hinaus ist für den Vorgang ein neuer Personalausweis (nPA) nötig, über den die Identifikation des Halters erfolgt.
  • Mitnahme des Kennzeichens bei Wohnortwechsel
    Kennen Sie die Situation: Beim Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk ist das Wunschkennzeichen schon vergeben? Kein Problem, denn ab dem 01. Januar 2015 können Fahrzeughalter das alte Kennzeichen auch über die Grenzen der Landkreise hinaus mitnehmen. Der Gang zur Zulassungsbehörde vor dem Hintergrund der Ummeldung bleibt Ihnen aber auch im neuen Jahr nicht erspart.
  • Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung
    Eine Kfz-Haftpflichtversicherung braucht jeder Fahrzeughalter. Wer mehr Schutz in Anspruch nehmen will, greift zur Voll- oder Teilkasko. Zum Jahreswechsel ergeben sich hier Veränderungen, die laut Angaben des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) rund ein Viertel der Autofahrer treffen. Die Rede ist von Änderungen der Typklassen. Hiermit fließt in die Beitragsberechnung zur Kfz-Versicherung der Schadensbedarf einzelner Fahrzeugtypen ein. Während 12 Prozent der Fahrzeuge 2015 in einer günstigeren Klasse unterwegs sind, hat sich laut GDV die Typklasse für 14 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge verschlechtert. In einigen Fällen ist es für einzelne Modelle um bis zu vier Klassen nach oben gegangen.
  • Verbandkasten nach DIN 13164 Pflicht
    Bereits seit Januar 2014 gelten neue Regelungen in Bezug auf den Inhalt der Verbandkästen. Die DIN 13164 sieht beispielsweise ein 14-teiliges Pflaster-Set sowie Hautreinigungstücher im Verbandkasten vor. Ende Dezember 2014 läuft die Übergangsfrist für Fahrzeughalter zum Austausch alter Verbandkästen aus. Damit ist der neue DIN 13164-Verbandkasten ab 01. Januar 2015 auch in Ihrem Auto Pflicht.

Rund ums Geld

Wie viel Geld habe ich im neuen Jahr 2015 im Portemonnaie? Was passiert mit meinen Ersparnissen? Gerade nach den Turbulenzen im alten Jahr mehr als berechtigte Fragen. Ab 01. Januar 2015 treten einige Änderungen in Kraft, die Verbraucher nur am Rande wahrnehmen werden. Andere Beschlüsse und Entscheidungen betreffen die bundesdeutschen Haushalte direkt  und sind schon ab dem ersten Tag im neuen Jahr spürbar.

  • Ab Januar 2015 gilt der Mindestlohn
    Mit dem Mindestlohngesetz (MiLoG) hat sich die Bundesregierung im August 2014 zu einem entscheidenden Schritt durchringen können. Mit dem Jahreswechsel gilt ab dem 01. Januar 2015 in Deutschland ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro (brutto). Anspruch auf den Mindestlohn haben allerdings nicht alle Arbeitnehmer. Für Beschäftigte, die ein Praktikum als Teil ihrer Ausbildung absolvieren, soll der Mindestlohn genauso wenig gelten wie für ehrenamtlich Tätige und Azubis. § 22 Abs. 4 MiLoG sieht zudem einen Ausschluss des Anspruchs auf den Mindestlohn für Beschäftigte vor, die vor ihrer Einstellung mindestens 12 Monate arbeitslos waren.
  • Freiwillige Einlagensicherung der Banken sinkt
    Bis Ende 2014 gilt für den freiwilligen Sicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken eine Höchstgrenze von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals pro Bankkunde als zusätzlicher Einlagenschutz. Der Jahreswechsel bringt eine deutliche Absenkung dieser Haftungsgrenze mit sich – auf nun mehr 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals.

    Allerdings liegt der Schutz auch nach dieser Anpassung selbst bei den kleinen Mitgliedsbanken noch im sechstelligen Eurobereich. Von der Veränderung bei der freiwilligen Einlagensicherung unberührt bleibt der gesetzliche Schutz von 100.000 Euro je Bankkunde.
  • Niedriger Garantiezins ab Januar 2015
    Bereits seit Jahren stöhnen Sparer und Anleger unter den anhaltenden Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf. Wer im Jahr 2015 einen Versicherungsvertrag zum Kapitalaufbau nutzen will, bekommt deren Folgen massiv zu spüren – durch den ab 01. Januar 2015 sinkenden Garantiezins. Lebens- und Rentenversicherungen, die im Jahr 2014 noch mit einem Garantiezins von 1,75 Prozent ausgestattet waren, werden somit noch unattraktiver. Der Garantiezins sinkt ab Januar 2015 auf nur noch 1,25 Prozent, was mit hoher Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf den Zuspruch der Verbraucher bei der Kapitallebensversicherung haben wird.
  • Schwarzfahren wird ab Januar teurer
    Bislang mussten Schwarzfahrer, die in öffentlichen Verkehrsmitteln erwischt wurden, ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 40 Euro zahlen. Zum Jahreswechsel erhöht sich diese Summe um 50 Prozent. Ab 01. Januar 2015 werden Schwarzfahrer mit 60 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.
  • Neues Briefporto ab 01. Januar
    Schreib mir doch einfach mal wieder einen Brief. Leider werden Haushalte, die im Zeitalter von E-Mail und Co. noch aufs Briefeschreiben setzen, ab Januar 2015 wieder etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Post erhöht pünktlich zum Jahreswechsel das Porto für den Standardbrief von 60 Cent auf dann 62 Cent. Wer dagegen einen Kompaktbrief verschicken muss, zahlt weniger. Hier sinkt das Porto zum Jahreswechsel von 90 Cent auf 85 Cent.

Fazit: Im kommenden Jahr ändert sich was

Der Jahreswechsel lässt das alte Jahr ausklingen – und wir freuen uns auf die Überraschungen des neuen Jahres. Gerade im Hinblick auf Sozialversicherung, Rente und Steuern wird sich 2015 so einiges tun. Die Senkung des Beitrags in der GKV werden die meisten Verbraucher und Haushalte umgehend zu spüren bekommen. Aber auch im Hinblick auf die Familie wird 2015 interessant – etwa im Zusammenhang mit den neuen Regelungen zum Elterngeld. Arbeitnehmer, die im kommenden Jahr aus dem Erwerbsleben ausscheiden, oder Sparer, die sich mit ihrer Altersvorsorge auseinander setzen, werden 2015 allerdings die eine oder andere bittere Pille schlucken müssen.


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